Natürlich steht der Monat Februar auch in unserer Region für Zempern, Fastnacht, Fasching oder Karnevall. Uns gemeldete Veranstaltungen sind im Veranstaltungskalender von Jessen und Umland eingetragen.
Wir wünschen den Akteuren und Gästen gutes Gelingen und vor allem recht viel Spaß.
Hellau !

Mit herzlichen Grüßen aus dem Rathaus
Regionalverein Jessen


Heute wieder eine kleine Geschichte aus unserem Buch „Sagen und Geshichten aus dem Jessener Land“.

Die Berggeister im Himmelsberg

Wenn auch die Schweinitz-Jessener Berge nicht aus Felsgestein gegründet wurden, so gibt es doch in ihnen kleine Höhlen, und Berggeister haben sich angesiedelt. Sie haben zwar nur geringe Schätze angesammelt, ihre Hauptätigkeit ist die Pflege der Qellen. Bei den Gorrenbergen wurde im 14. Jahrhundert eine Ziegelscheune errichtet, folglich wurde nach Lehm gegraben. Argwöhnisch betrachteten die Berggeister das Tun der Menschen. Hatten sie doch Furcht, diese könnten es auf ihre Schätze abgesehen haben. Ihre Furcht war aber unbegründet, es blieb vorerst nur bei der kleinen Grube. Aber in der zweiten Hälfte den 19. Jahrhunderts fingen die Menschen an, auf mehreren Stellen nach Schätzen zu graben. Die Not war groß, der kleine Berg bot keine weitere Heimstatt und andere Berge waren weit entfernt.

Unterirdische Stollen bis zu 30m Tiefe wurden angelegt und Kohle aus dem Berg gebrochen. Die kleinen Geister fürchteten nicht nur um ihre Schätze, die Quellen waren auch gefährdet, wenn diese versiegten, so würden die Berge öd und dürr werden! Sie wollten es ja mit den Menschen nicht verderben, aber sie fürchten um die Schönheit und Fruchtbarkeit der Berge. Noch kamen die Ziegelarbeiter nur tagsüber, und auch nur dann, wenn es in den Ziegeleien keine Arbeit mehr gab. Mit ihren Werkzeugen – Schaufel, Picke und Schubkarren – kamen sie auch nicht recht voran. Dennoch kamen die Berggeister in tiefer Besorgnis Nacht für Nacht, um zu beraten, wie sie die Gefahr abwenden könnten. Da stampfte einer hart mit dem Fuß auf den Boden, durch die Heftigkeit rieselt Erde von oben herab. Die Lösung war gefunden: die Gänge blockieren, gesagt und getan waren eins. Die Menschen kamen am Morgen, fanden die Stollen verschlossen und glaubten einem Unglück entgangen zu sein, sie verließen die Stätte des Unheils. Die Werkzeuge haben die Geister im Berg mit eingeschlossen, damit sie die Menschen nicht wieder zu ihrem Schaden gebrauchen können. Die vorhandenen Erdeinbrüche sind noch als warnende Hinweise auf die drohende Gefahr wahrnehmbar.
Das „Glück-Auf“ und die Grubenlampe sind in den Bergen nicht zur Blüte gelangt, aber auf den Bergen blühen die Obstanlagen und fruchten die Weinstöcke.
Die Menschen haben doch ihr Glück gefunden.

(Quelle: Nacherzählt, nach Frau Winter, Jessen, Arnsdorfer Reihe, um 1974, von W.Eichler)