Pfingsten steht vor der Tür und wir können uns kulinarisch mit heimischem Spargel und den ersten Erdbeeren verwöhnen lassen. Für Rad- und Wandertouren bietet unser Jessener Land den notwendigen Ausgleich. Hat man eine Decke und das Badehandtuch mit dabei, dann ist man für alle Eventualitäten gut gewappnet. Der Badesee in Dixförda erwartet u.a. seine Gäste.

Unser Veranstaltungskalender informiert über zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, u.a.:

. Klossaer Pferdemarkt
. Mühlentag in Naundorf
. Luthers Hochzeit in Wittenberg
. Theateraufführung in Annaburg
. Eagle Summer auf dem Clubgelände der Road Eagle in Jessen
. Trabi- und IFA-Treffen in Mügeln
. Chor- und Parkfest im Elstermann Park Schweinitz
. Sachsen-Anhalt Tag in Eisleben
. Erdbeerfest auf dem Weingut Hanke

Wir wünschen Allen eine gute Zeit und grüßen recht herzlich aus dem Rathaus in Jessen.



W.Neutzsch,

Aus dem Buch „Sagen und Geschichten aus dem Jessner Land“ wieder eine neue Geschichte zum Schmunzeln!

 

Es spukt doch

Brücken waren oftmals Unterschlupf für unheilbringende Geister, auch die Neugrabenbrücke bei Grabo sollte nicht geheuer sein. Manch einer lächelte zwar, andere ließen sich nicht davon abbringen.

Am Nachmittag war der Stellmachergeselle Karl Weck aus Jessen noch nach Battin und Grabo gegangen, um Rechnungen zu kassieren. Wie dem nun so war, wurde manches erzählt und wohl auch ein Schluck dazu getrunken. Da das Frühjahr begann, waren ja die Tage etwas länger, doch es wurde spät und somit dunkel. Dazu war es noch stürmisch und regnerisch geworden. Sicheren Schrittes näherte er sich der Brücke. Doch da hob neben dem Heulen des Windes noch ein anderes Geheul an, dann sagte eine Stimme: „Karl Weck, Karl Weck, willst du wohl machen, das du fort kommst. Karl Weck, scher dich zum Deiwel“. Schnell kehrt er um, um wieder nach Grabo zu kommen. Im Gasthof schimmert noch Licht, schweißgebadet trat er ein. Er berichtete: „Es spukt doch ... Bald fanden sich einige Mutige, welche mit Knüppeln bewaffnet ihm ein sicheres Geleit geben wollten. Noch war es stockfinster, aber bald hörte man wieder „Karl Weck, Karl Weck, nu mach aber, dass du Luder wegkimmst“:
Keiner sah etwas, aber die Stimme war da. Blamieren kam nicht in Frage, das Gespenst mußte gefunden und vertrieben werden. Los ging`s, bald war auch was Greifbares gefunden. Im Straßengraben fand man den nach Schnaps riechenden „Hosenlumpsmann“ (Lumpensammler). Er hatte Hadern für eine Papiermühle gesammelt. In der Finsternis und in seinem Dusel war er vom Wege abgekommen. Das Gestrüpp hatte ihn gefangen, und auf ihm lagen Handwagen und der im Geschirr verhedderte Karo. Er wußte nicht ein noch aus. So versuchte er den Hund zu scheuchen, Karo sollte alles wegziehen. Doch der Hund wusste auch nicht wie, obwohl sein Herr immer wieder befahl „Karo weg, Karo weg !“.
 Die begrenzte Bewegungsfreiheit und das Gestrüpp machten es unmöglich. Die Stöße seines
Herren beantwortete er nur mit Geheul. Dieses Geheul und die Befehle hatte nun unser Karl Weck vernommen und auf seine Person bezogen und daher das Gruseln bekommen.

Willi Eichler, Purzin